Bioethanol

Bioethanol

Bioethanol – eine ganz besondere Verbindung

C2H5OH – so lautet die chemische Formel des Stoffes, der umgangssprachlich schlicht als Alkohol bezeichnet wird. Chemisch interessierten Menschen ist er auch als Ethylalkohol oder Weingeist bekannt. Die Bezeichnung Bioethanol ergibt sich aus dem Herstellungsprozess – der Vergärung zucker- und stärkehaltiger Biomasse.
Der überwiegende Teil des weltweit produzierten Ethanols wird jedoch weder konsumiert noch als medizinischer Alkohol oder Industriealkohol (Scheibenreiniger, Putzmittel) eingesetzt, sondern landet bereits seit Jahren als Treibstoff in den Tanks von Kraftfahrzeugen. 2007 wurden weltweit insgesamt 62 Mio. m³ Ethanol hergestellt, achzig Prozent davon (49,7 Mio. m³) für Kraftstoffe. Weltweiter Spitzenreiter in der Produktion von Bioethanol sind die USA, dicht gefolgt von Brasilien.

Bioethanol als Alternative zu fossilen Kraftstoffen

Für Bioethanol als Kraftstoffalternative spricht vieles. Zu nennen sind unter anderem die folgenden Aspekte:
  • Schonung fossiler Ressourcen:
    Jeder Liter Bioethanol, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, bedeutet eine Einsparung von endlichen Energieträgern wie beispielsweise Benzin oder Diesel.
  • Versorgungssicherheit mit hochwertigem Kraftstoff aus einheimischen Rohstoffen:
    Dieser gewichtige Vorteil von Bioethanol rückt immer stärker in den Vordergrund, sei es wegen politischer Spannungen aber auch aufgrund von Entwicklungen auf den Ölmärkten: Die Reserven von zahlreichen „sicheren“ Öl liefernden Länder – z. B. EU Mitgliedsstaaten – nehmen ab, und der Bedarf muss zunehmend aus politisch instabileren Regionen gedeckt werden. Auch ist zu erwarten, dass die Förderung von Erdöl in Zukunft noch aufwändiger und kostenintensiver wird.
  • Klimaschutz:
    Erneuerbare Energieträger wie Bioethanol sorgen dafür, dass weniger Treibhausgase gebildet werden. Das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Bioethanol ist, abgesehen von dem für die Herstellung erforderlichen Energieverbrauch, CO2-neutral. Das CO2, das bei der Verbrennung von Bioethanol freigesetzt wird, wurde von den Pflanzen, aus denen es hergestellt wurde, im Laufe ihres Wachstums durch Fotosynthese gebunden.
Kreislauf
  • Schaffung eines neuen Industriezweigs und Stärkung des ländlichen Raumes:
    Auch die deutsche Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte profitieren von der Schaffung einer heimischen Bioethanolindustrie durch eine gestiegene Wertschöpfung, neue Arbeitsplätze und Steuermehreinnahmen. Für die Landwirtschaft erschließen sich zudem neue Absatzmärkte.
  • Vorteile gegenüber Ottokraftstoffen:
    Bioethanol punktet hier durch seine vorteilhaften chemischen Eigenschaften. Es hat eine deutlich höhere Oktanzahl als Benzin, ist nahezu schwefelfrei und biologisch abbaubar.

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