Bioethanol

Flexible Fuel Vehicles

Flexible Fuel-Fahrzeuge

Flexible Fuel Vehicles oder FFVs sind Fahrzeuge, die mit Bioethanol, mit Benzin-Bioethanol-Gemischen aber auch mit herkömmlichem Ottokraftstoff betrieben werden können. Für den Verbraucher bedeutet dies eine einzigartige Flexibilität, da er je nach Verfügbarkeit und Preis zwischen zwei Kraftstoffen wählen kann.
Aus technischen Gründen ist eine Nutzung von 100%igem Bioethanol als Kraftstoff in unseren gemäßigten Klimaregionen nicht ratsam. Daher wird in Europa das sogenannte E85 genutzt - rd. 85 % Bioethanol, dem rd. 15 % Benzin beigemischt werden. Die Beimischung von Benzin sorgt insbesondere im Winter für einen besseren Kaltstart.

Bioethanol als Vision der Autopioniere

Bioethanol als Kraftstoff zu nutzen, haben die Pioniere im Automobil und Motorenbau schon früh angeregt. Als sie ihre bahnbrechenden Erfindungen in der Automobil- und Motorenentwicklung machten, kam auch Ethanol als Kraftstoff für den Betrieb ihrer zukunftsträchtigen Entwicklungen infrage.
Nikolaus August Otto verwendete bereits 1860 Ethanol als Kraftstoff in den Prototypen seines Verbrennungsmotors. Henry Ford hatte sein legendäres T-Modell, das die Serienproduktion von Automobilen industrialisierte, mit Bioethanol als Treibstoff konzipiert und prophezeite, dass der Kraftstoff der Zukunft aus Biomasse hergestellt werden würde.  Die großtechnische Herstellung von Bioethanol aus Biomasse gibt es heute weltweit. In Europa wird Bioethanol vor allem aus Getreide und Zuckerrüben gewonnen.
In Deutschland gibt es eine lange Tradition bei der Verwendung von Bioethanol: Seit 1925 wird es als Mittel zur Erhöhung der Klopffestigkeit eingesetzt.
Flexible Fuel Vehicles - Saab 9-5 BioPower
Der Saab 9-5 BioPower in Europas größter Bioethanolanlage in Zeitz

FFVs in Deutschland

In Brasilien und den USA prägen FFVs seit einiger Zeit das Straßenbild. In Brasilien haben Fahrzeuge, die ausschließlich Ethanol als Kraftstoff verwenden, eine lange Tradition - sie sind dort schon seit den 1980ern auf dem Markt. Allerdings wurden diese Fahrzeuge in Brasilien zunehmend durch FFVs ersetzt. In den USA sind FFVs ebenfalls weit verbreitet: Rund sechs Millionen gibt es bereits auf Amerikas Straßen.
In Europa sind - mit Ausnahme Schwedens - FFVs dagegen noch nicht weit verbreitet. In Deutschland wurde das erste FFV 2005 vorgestellt. Heute bieten auf dem deutschen Markt bereits Ford, Saab und Volvo Autos mit Flexible Fuel-Technik an: Ford die Modelle Focus, C-MAX, Galaxy, Mondeo und S-MAX, Saab den 9-3 sowie den 9-5 und Volvo die Modelle C30, S40, V50, V70 und S80. Volvo wird sein Angebot 2008 um einen weiteren FFV-Motor erweitern.
Erfreulich ist, dass auch die deutsche Automobilindustrie verstärkt FFV-Modelle in Deutschland anbieten will. Dies kündigte sie in der Roadmap vom November 2007 an, die gemeinsam mit der Mineralölindustrie, der mittelständischen Mineralölwirtschaft, der Landwirtschaft sowie den betreffenden Ministerien verabschiedet wurde.

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