Bioethanol

Verwendung

Bioethanol – Mobilität mit Zukunft

Die Zukunft des Bioethanols liegt sprichwörtlich auf der Straße. Bioethanol steht heute bereits in verschiedenen Formen als Kraftstoff zur Verfügung. Erneuerbar und Klima schonend sichert es die Zukunft der Mobilität. Achzig Prozent der weltweiten Produktion von Ethanol wird im Kraftstoffsektor verwendet.

Bioethanol als Kraftstoff für alle Ottomotoren

Schon heute enthalten Ottokraftstoffe in Europa teilweise Bioethanol oder Komponenten, die daraus hergestellt werden. Dem Verbraucher ist dies meist nicht bekannt. Die europäische Norm EN228 regelt, welche chemischen Eigenschaften verschiedene Ottokraftstoffe haben dürfen und welche Stoffe sie enthalten können. Sie erlaubt auch eine Zugabe von Bioethanol in verschiedener Weise:
  • als leistungsstarke Kraftstoffkomponente
    In Europa wird Bioethanol bislang hauptsächlich zur Herstellung von ETBE (Ethyltertiärbutylether) genutzt. ETBE besteht zu rund 47 % aus Ethanol und zu 53 % aus Isobutylen und wird Ottokraftstoffen für eine verbesserte Klopffestigkeit zugesetzt. Es ersetzt u. a. MTBE (Methyltertiärbutylether), der z. B. in den USA verboten ist. MTBE wird in Europa immer mehr durch ETBE ersetzt, was dazu beiträgt, einen aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellten Kraftstoff zu verbreiten. Benzin in Europa darf bis zu 15 Vol.-% ETBE enthalten.
  • als Direktbeimischung
    Nach der Kraftstoffnorm EN228 darf jeder Liter Ottokraftstoff, der an der Tankstelle aus dem Zapfhahn kommt, bis zu 5 Vol.-% Bioethanol enthalten. Dieser Kraftstoff wird als E5 bezeichnet. Alle Fahrzeuge mit Ottomotoren sind in Deutschland dafür freigegeben. Um die Biokraftstoffziele der EU zu erfüllen, werden die Direktbeimischungen von Bioethanol zu Benzin in der EU in den nächsten Jahren voraussichtlich stark zunehmen. Zur Zeit wird die europäische Kraftstoffnorm überarbeitet, um eine Beimischung von 10 Vol.-% Bioethanol zu ermöglichen.

Bioethanol in E85

E85-Kraftstoffmischungen - zu denen auch das von CropEnergies hergestellte CropPower85 gehört - weisen einen Bioethanol-Anteil von rd. 85 % auf und können nur in speziell dafür ausgerüsteten Fahrzeugen, sogenannten Flexible Fuel Vehicles (FFVs), verwendet werden. FFVs sind Fahrzeuge, deren Motoren in Europa durch eine technisch relativ einfache Modifikation sowohl mit herkömmlichem Ottokraftstoff als auch mit Benzin-Bioethanol-Gemischen mit einem Bioethanol-Anteil von bis zu 85 % betrieben werden können. Für den Verbraucher bedeutet dies eine einzigartige Flexibilität, da er je nach Verfügbarkeit und Preis zwischen zwei Kraftstoffen wählen kann. Dabei ist die Mobilität auch in der Übergangsphase, in der es in Deutschland noch kein flächendeckendes Tankstellennetz gibt, gewährleistet, da auch reiner Ottokraftstoff getankt werden kann. In Deutschland bieten bereits einige Hersteller Autos mit Flexible Fuel-Technik an, zahlreiche weitere werden 2008 folgen.
Aus technischen Gründen ist eine Nutzung von 100%igem Bioethanol als Kraftstoff in unseren gemäßigten Klimaregionen nicht ratsam. Daher wird in Europa E85 genutzt. Die Beimischung von Benzin sorgt insbesondere im Winter für einen besseren Kaltstart. Bioethanol als E85 einzusetzen hat bei einem flächendeckenden Einsatz das größte Potenzial, die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu verringern.
Erfreulich ist die Ankündigung der Automobilhersteller, verstärkt Flexible Fuel-Modelle in Deutschland anzubieten. Diese Maßnahme ist Teil der mit der Mineralölindustrie, der mittelständischen Mineralölwirtschaft, der Landwirtschaft sowie den betreffenden Ministerien abgestimmten Roadmap vom November 2007 für die weitere Förderung von Biokraftstoffen.

zum Seitenanfang