Ethanol

Politische Rahmenbedingungen in der EU und in Deutschland

Die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen ist nur ein Vorteil der Nutzung von erneuerbarem Ethanol. Hinzu kommen eine Erhöhung der Versorgungssicherheit durch die Erschließung heimischer Energiequellen sowie die Entwicklung eines neuen Industriezweigs. Daher hat die EU schon 2003 die Weichen gestellt, um eine leistungsstarke heimische Ethanolindustrie aufzubauen. Davon profitiert auch CropEnergies.

Förderung durch EU-Richtlinien

Im Jahr 2003 schaffte die EU erstmals politischen Rahmenbedingungen für die Entstehung einer Industrie für nachhaltig produziertes Ethanol. Aktuell regeln die folgenden Richtlinien die Verwendung von Biokraftstoffen in der EU:
Im Transportsektor sollte bis 2020 der Anteil der erneuerbaren Energien auf 10 % des Gesamtkraftstoffverbrauchs steigen. Bis zu 7 Prozentpunkte können dabei auf erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen entfallen.
Erneuerbare Kraftstoffe müssen strenge Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Dazu gehört auch, dass die erneuerbaren Kraftstoffe im Vergleich zu fossilen mindestens 50 Gew.-% der Treibhausgasemissionen einsparen. Auch die Herkunft der Biomasse muss lückenlos dokumentiert werden. So dürfen die verwendeten Rohstoffe nicht von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand, z. B. Wäldern, sowie Flächen mit hoher biologischer Vielfalt stammen. Regelmäßige Überprüfungen und Zertifizierungssysteme garantieren die nachhaltige Produktion der Biokraftstoffe.
Die Neufassung der „Erneuerbare-Energien-Richtlinie“ trat am 24. Dezember 2018 in Kraft. Sie sieht vor, dass der Anteil an erneuerbaren Energien in der EU bis 2030 auf mindestens 32 % ansteigen soll. Im Transportsektor ist ein Anteil von mindestens 14 % vorgesehen. Hierzu können erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen unverändert beitragen. Ihr Beitrag soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Nachhaltig hergestellte und erneuerbare Kraftstoffe können also auch nach 2020 zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen. Dazu bedarf es auch einer flächendeckenden Einführung von E10 in allen EU-Mitgliedsstaaten.
Gleichzeitig soll die Nutzung von Biokraftstoffen, deren Rohstoffgewinnung zu einem Verlust an kohlenstoffreichen Gebieten (z. B. Regenwald) geführt hat, ab 2023 sukzessive reduziert und bis 2030 eingestellt werden. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Kritisch zu beurteilen ist die mehrfache Anrechnung dieser Kraftstoffe sowie von erneuerbarem Strom. Durch diese virtuelle Erhöhung des Erneuerbare-Energien-Anteils werden weder der Verbrauch fossiler Kraftstoffe noch deren Emissionen gesenkt.
Bis Mitte 2021 haben die EU-Mitgliedsstaaten Zeit, die europäischen Vorgaben so umzusetzen, dass der Verbrauch fossiler Kraftstoffe tatsächlich gesenkt und die Klimabilanz verbessert wird.
  • Kraftstoffqualitätsrichtlinie
Sie gibt vor, dass bis 2020 auf den gesamten Kraftstoffverbrauch gerechnet 6 Gew.-% der Treibhausgase eingespart werden müssen. Basiswert ist dabei die durchschnittliche Treibhausgasintensität der im Jahr 2010 verbrauchten Kraftstoffe. Die Richtlinie trägt dazu bei, dass die Emissionen der aktuellen Fahrzeugflotte kontinuierlich gesenkt werden und ermöglicht die EU-weite Einführung von E10.

Pariser Klimavertrag

Im Jahr 2015 verpflichtete sich die EU und ihre Mitgliedstaaten, die notwendigen Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als 2 °C zu ergreifen. Wesentlicher Eckpfeiler hierfür ist, Verbrennung fossiler Kohlenstoffreserven zu mindern und damit die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre zu reduzieren. Erneuerbare Kraftstoffe aus nachwachsenden Pflanzen, die durch Fotosynthese das in der Atmosphäre befindliche CO2 binden, leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag.

Deutschland

Seit 2015 werden die Biokraftstoffquoten nicht mehr auf der Grundlage des Heizwerts berechnet, sondern anhand von Treibhausgaseinsparzielen. Seit 2017 gilt ein Treibhausgasminderungsziel für Kraftstoffe von 4,0 Gew.-%. Dies wurde am 1. Januar 2020 auf 6,0 Gew.-% angehoben. Im Jahr 2017 sparte das in Deutschland eingesetzte Kraftstoffethanol 85 % der Treibhausgase im Vergleich zu fossilem Öl ein – und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette, vom Acker bis zur Nutzung im Fahrzeug.
Laut der deutschen Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung dürfen nur noch Kraftstoffe aus Biomasse gefördert werden, die bestimmte Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Alle Betriebe und Unternehmen, die Biokraftstoffe herstellen, müssen seit dem 1. Januar 2011 in einem Zertifizierungsverfahren nachweisen, dass sie nachhaltig produzieren.

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